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11. April 2010

…und das schreibt der TV Münchberg zum Derby

frankenpost-bericht
Fotos von Hermann Kauper unter www.frankenpost.de ab 0.00 Uhr Sonntag/Montag

Zuschauer:      2 4 0

Zeitstrafen:      Münchberg 4; Helmbrechts 5.

Spielfilm: 4:1, 6:2, 7:4, 8:7, 9:11, 14:12, 16:17, 19:18, 19:21, 21:21.

Es war eines jener Derbys, das unabhängig vom Spielausgang, von beiden Teams ganz schnell aus dem Erinnerungsvermögen gestrichen werden sollte. Es gab von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, nahezu nichts  von dem, was den Damenhandball so interessant und ansehenswert macht. Fehlpässe, Fangfehler, technische Fehler in unvorstellbar hoher Anzahl, gepaart mit einer miserablen Chancenverwertung und dieswohlgemerkt auf beiden Seiten charakterisierten das Aufeinandertreffen der Lokalrivalinnen. Unterm Strich kann dies Helmbrechts aber alles egal sein. Die Nachbarstädter haben die Punkte, mit denen sie einen ganz gewaltigen und vielleicht schon entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt unternahmen. Und sie hatten mit Theresa Stöcker, Christina Zuber und "Miri" Aust zumindest drei Aktive in ihren Reihen, die den Sinn der Sportart begriffen und mit dem Spielgerät etwas anfangen konnten. Die Leistung der Gastgeber zu beschreiben fällt indess sehr schwer. Die Mannschaft wiederholt ihre Fehler der zurückliegenden Partien nicht nur immer wieder, sie steigert sie sogar noch im negativen Sinne. Wie will man da aus TVM-Sicht die Liga halten, wenn nicht einmal in den Gesichtern Kampfeswille zu erkennen ist. Es ist die Angst vor dem Versagen, die den Mimiken zu entnehmen ist und genau damit bestätigt der Gastgeber seinen aktuellen Istzustand. Keine Führungsspielerin, ein Konzept, das zwar vorhanden, aber derzeit nur in der  Theorie existiert und einstige Leistungsträgerinnen, die nur noch ein  Schatten früherer Tage sind. Und da darf auch die Treffsichert von Bianca Zahn bei Strafwürfen nicht darüber hinwegtäuschen. Es fehlen die Torwürfe aus der Distanz. Und wenn schon jemand Torgefährlichkeit zeigt, so wie phasenweise Denise Hüttel auf Rechtsaußen, dann erhalten diese Spielerinnen einfach zu wenig brauchbare Anspiele, um mehr zählbaren Erfolg erzwingen zu können. Es gleicht fast einem nervlichen Scherbenhaufen, wie sich Münchberg in der entscheidenden Saisonphase präsentiert, aber immer nur alles auf die Nerven schieben, ist auch nicht des Rätsels Lösung aus TVM-Sicht. Vielleicht darf man diesmal den Spruch, den niemand mehr hören will, zu Rate ziehen. Derbys haben nunmal ihre eigenen Gesetze und nur darin schein die Begründung zu liegen, dass auch der Gast aus Helmbrechts über weite Strecken alles andere, als ansehnlichen Handballsport bot. Das mögen viele durch die Vereinsbrille anders sehen, die Tatsache fand aber auf dem Hallenboden statt, rund 250 Zeugen waren anwesend. Das Spiel begann mit einem schnellen 4:1 für den TVM, der diesen Vorsprung in der frühen Phase der Begegnung nicht nur hätte ausbauen können, sondern müssen. Aber diese nicht genutzten Gelegenheiten rächen sich seit Wochen jeweils im weiteren Spielverlauf. Denn würde Münchberg Treffsicherzeit besitzen, müsste man jetzt nicht um den Ligaverbleib bangen. Aber so kam es auch diesmal, wie es in den letzten TVM-Partien immer war. Der Gegner holt Tor um Tor auf und ging, wie Helmbrechts in dieser Begegnung, mit einer knappen Führung in die Kabine. Aber auch nach Wiederanpfiff hielten die Grün-Schwarzen dagegen. Was bei den knappen Spielständen lange Zeit wie eine ausgeglichene Partie aussah, war überwiegend TVM-Versäumnis zum entscheidenden Vorsprung. Helmbrechts Christina Zuber nahm die Geschenke dankend an und verwandelte ihre Konter mit traumwandlerischer Sicherheit. Und sie war es letztlich die mit einem Doppelschlag, den bei der 19:18 Führung noch möglichen Heimerfolg den TVM in Sekunden entriss und die Sorgen für die Gastgeber dadurch noch größer werden lässt. Helmbrechts muss man zumindest eines bescheinigen und vielleicht liegt gerade darin die Erklärung des knappen Erfolges an diesem Tage. Sie waren in einigen, aber eben entscheidenden Momenten einfach cleverer und das reichte gegen einen über weite Strecken konfusen TVM.